amazon werbekampagnen nachts pausieren

Amazon Werbekampagnen nachts pausieren – Ist das sinnvoll?

PPC Kampagnen abends pausieren und morgens wieder reaktivieren. Ist das sinnvoll?
Um diese Frage bewerten zu können, stehen uns zwei Datenpunkte zur Verfügung:

1. Die Orderinformationen
2. Die Werbedaten

Schaut man sich die Bestellzeiten genauer an, ist schnell zu erkennen, dass das Bestellvolumen nachts deutlich geringer ist. Logisch. Denn, wer schläft kauft nichts.

Daraus folgt aber nicht, dass die Profitabilität der Werbeanzeigen nachts weniger gut ist. Beeinflusst wird der ACoS durch den Bestellwert, den Klickpreis und die Conversion Rate.

Dass Suchvolumen, Anzeigen-Impressionen und Klick-Anzahl nachts geringer sind, beeinflusst den ACoS nicht.

Der Bestellwert

Weil Produktpreise und die durchschnittlich bestellte Artikel-Anzahl tags und nachts relativ vergleichbar sein sollten, kann man davon ausgehen, dass der average basket relativ konstant ist und somit die nächtliche Profitabilität der Werbeanzeigen nicht verändert.

Der Klickpreis

Ist das Tagesbudget einer Werbekampagne verbraucht, nimmt sie bis zum nächsten Tag an keinen Anzeigenauktionen mehr teil. Der Wettbewerb nimmt nachts somit tendenziell ab, was zu einem niedrigeren Klick-Preis führen könnte und positiv für den ACoS wäre.

Die Conversion Rate

Nachteilig für den ACoS wäre es, wenn Kunden, die nachts auf Amazon surfen, mit geringerer Wahrscheinlichkeit bestellen würden. Analysieren lässt sich dies aber zunächst einmal nicht, weil Amazon alle Werbedaten auf Basis von Kalendertagen bereitstellt. Intraday Informationen gibt es nicht.

Natürlich kann man im Kampagnen Manager der Seller Central immer wieder auf „Aktualisieren“ klicken, aber die sich dort ändernden Daten sind weder vollständig noch zuverlässig.

Zum einen, weil Amazon in der Dokumentation schreibt, dass alle Daten im Normalfall innerhalb von 48 Stunden bereitgestellt werden – Man müsste an dieser Stelle also zwei Tage warten.

Zum anderen, wegen der maximalen Zeit zwischen Anzeigenklick und Bestellung – dem Attribution Window. Für Sponsored Products Kampagnen rechnet Amazon im Kampagnen Manager mit dem 7-Tage Attribution Window.

Zuzüglich der 48 Stunden, die man auf die Bereitstellung der Daten warten muss, sind das neun Tage Wartezeit, bis man finale Daten erhält!

Können intraday Daten auf anderem Wege gewonnen werden?

Ja, indem man seine Kampagnen mehrfach dupliziert und die Kampagnen dann immer zu bestimmten Uhrzeiten pausiert und reaktiviert.

  1. Kampagne A: Aktiv zwischen 0 und 1 Uhr
  2. Kampagne B: Aktiv zwischen 1 und 2 Uhr
  3. Kampagne C: Aktiv zwischen 2 und 3 Uhr
  4. … und so weiter.

Auf Basis dieser Daten kann nun untersucht werden, ob und wie Bestellwert, Klickpreis und Kaufwahrscheinlichkeit im Tagesverlauf schwanken.

Die provisorische Lösung

Wer ein einfache Lösung für einen provisorischen Test sucht, kann nach den Stichwort „Macro Recorder“ googlen. Macro Recorder sind Programme, die Maus- und Tastatureingaben aufzeichnen und diese Abläufe dann automatisiert zu bestimmten Uhrzeiten abspielen. Zwei Fehlerquellen gilt es aber dabei zu beachten:

  1. Der Seller Central Login mit aktivierter Zwei Faktor Authentifizierung kann für einen Macro Recorder eine unüberwindbare Hürde sein
  2. Manche Macro Recorder arbeiten mit absoluten Maus-Koordinaten. Selbst kleinere Änderungen im Kampagnen Manager können dazu führen, dass sich Schaltflächen verschieben und das Programm an der falschen Stelle klickt
Die skalierbare Lösung

Wer eine vollständig automatisierte Lösung sucht, die zuverlässig und skalierbar arbeitet, sollte auf die Advertising API zurückgreifen. Gerne stellen wir Ihnen eine entsprechende Lösung zur Verfügung.

Für Fragen hierzu erreichen Sie Michael Hecker per Mail oder Telefon.

Für Amazon Variantenartikel nur das Parent Product bewerben?

Variantenartikel auf Amazon vermarkten – Vereinheitlichung schadet

Reicht es bei Variantenartikeln das Parent Product zu bewerben?

Können alle Produktvarianten (Child SKUs) zu einer Anzeigengruppe hinzugefügt werden?

Fragen, die in den Amazon Seller Gruppen auf Facebook kontrovers diskutiert werden.

Welche Rolle spielt der zeitliche Aufwand?

Setzt man als Amazon Seller seine Werbekampagnen händisch auf, stellt man schnell fest, dass der Arbeitsaufwand mit der Artikelanzahl steigt. Es scheint daher verlockend, alle Produktvarianten in einer Anzeigengruppe zusammenzufassen beziehungsweise nur das Parent Produkt zu bewerben.

Leichtfertig nachgeben sollte man dieser Verlockung aber nicht, gerade weil Automation den täglichen Aufwand der Kampagnenoptimierung praktisch vollständig eliminieren kann.

Vielmehr sollte die Werbeeffizienz den Ausschlag geben, für welchen Weg man sich als Seller entscheidet – und Effizienz erreicht man, indem man den ACoS minimiert.

Wodurch wird der ACoS bei Variantenartikeln beeinflusst?

Drei Faktoren beeinflussen den ACoS:

  1. Der Average Basket, also der durchschnittliche Bestellwert
  2. Der CPC, also der Klickpreis, den man von Amazon in Rechnung gestellt bekommt
  3. Die Conversion Rate, also die Kaufwahrscheinlichkeit
Der Average Basket

Verkauft man T-Shirts in unterschiedlichen Farben, ist der Produktpreis regelmäßig einheitlich und der durchschnittliche Bestellwert (average basket) relativ konstant.

Im Unterschied dazu werden aber beispielsweise Gewürze in unterschiedlichen Packungsgrößen angeboten, deren Preise stark variieren.

Ein höherer Bestellwert führt tendenziell zu einem geringeren ACoS.

Der Klickpreis

Stellt man die ACoS-Formel nach dem Klickpreis um, sieht man, dass die Zahlungsbereitschaft durch den Ziel-ACoS, den Average Basket und die Conversion Rate beeinflusst wird.

Unsere Gebote hängen somit nicht nur vom Keyword, sondern auch von der beworbenen Produktvariante ab.

Fügt man alle Produktvarianten zu einer Anzeigengruppe hinzu, gelten die gleichen Keyword-Einstellungen für jede Produktvariante. Effizient kann das nicht sein.

Die Conversion Rate

Auch die Kaufwahrscheinlichkeit wird maßgeblich durch das beworbene Produkt beeinflusst. Entscheidend ist dabei, wie gut die beworbene Produktvariante der Kaufabsicht des Kunden entspricht. Sucht ein Kunde beispielsweise nach „couchtisch rund metall“, ist davon auszugehen, dass eine Sponsored Products Anzeige für einen runden Metalltisch besser konvertieren wird, als Werbung für einen eckigen Holztisch.

Fügt man alle Produktvarianten zu einer Anzeigengruppe hinzu, weiß man welchen Gesamt-Umsatz ein Keyword generiert hat. Man weiß aber nicht, wie sich dieser Umsatz über die Produktvarianten verteilt und folglich können Conversion Rates und Gebote nicht präzise berechnet werden.

Die Frage was ein Click auf Amazon wert ist, diskutierten wir ausführlicher in diesem Artikel zum Amazon Bid Management.

Sollten diesbezüglich weitere Fragen aufkommen, können diese natürlich sehr gerne in die Kommentare geschrieben oder Michael Hecker direkt per Mail gestellt werden.

Keyword Reichweite steigern bei gleichem ACoS

Bei gleichem ACoS die Reichweite von Keywords steigern – Geht das?

Möchte man als Amazon Händler die Reichweite seiner Werbekampagnen erhöhen, ist das erste, was man normalerweise tut, das Gebot anzuheben.

Dies führt aber in der Regel zu einem höheren Klickpreis und folglich auch zu einem höheren ACoS. Als Amazon Händler möchte man das natürlich nicht.

Um zu verstehen, wie sich die Keyword-Reichweite bei gleichem ACoS steigern lässt, sehen wir uns zunächst die Faktoren an, die den ACoS beeinflussen:

  1. Bestellwert
  2. Klickpreis
  3. Conversion Rate

ACoS Faktor 1: Der durchschnittliche Bestellwert

Der durchschnittliche Bestellwert wird durch den Produktpreis und die bestellte Menge beeinflusst. Zum Thema Produktpreis sollte man sich als Seller die Frage stellen, ob sich auch ein höherer Produktpreis am Markt durchsetzen lässt.

Lautet die Antwort „Ja“, generiert man als Händler eine höhere Marge und kann somit mehr Geld in das individuelle Keyword Gebot investieren. In diesem Fall würde der ACoS, trotz des höheren Gebots, gleichbleiben. Doch wie entwickelt sich die Conversion Rate in diesem Szenario? Höchstwahrscheinlich wird sie abnehmen.

Die Bestellmenge kann gesteigert werden, indem entsprechende Anreize für die Kunden geschaffen werden. Staffelpreise sind diesbezüglich oft der erste Schritt.

ACoS Faktor 2: Der durchschnittliche Klickpreis (CPC)

Wie allgemein bekannt, spielt Amazon die Werbeanzeigen, je nachdem welcher Match Type eingestellt ist, für unterschiedliche Suchbegriffe aus.

Jeder dieser Suchbegriffe hat einen individuellen Klickpreis, eine individuelle Conversion Rate und dementsprechend auch einen individuellen ACoS. Importiert man die Amazon-Suchbegriffsberichte in eine Excel Tabelle, lassen sich die individuellen ACoS Werte leicht mit einer Pivot Tabelle berechnen.

Hat ein Suchbergriff einen besonders hohen ACoS, kann man diesen über die Anzeigengruppen Einstellungen blockieren und den Gesamt ACoS damit senken. So bleibt einem mehr Luft nach oben, um die Gebote anzuheben. Der Gesamt ACoS bleibt in der Balance und die besten Suchbegriffe generieren von da an mehr Reichweite und steigern den Umsatz.

ACoS Faktor 3: Die durchschnittliche Conversion Rate

Auch für die Untersuchung der Conversion Rate kann man sich wieder den Suchbegriffsbericht zur Hilfe nehmen. Sperrt man weniger gut konvertierende Suchbegriffe, steigt die durchschnittliche Conversion Rate und der ACoS sinkt.

Bonus – Anzeigen-Platzierung

Neben dem Keyword und dem beworbenen Produkt gibt es noch weitere Faktoren, die die Kampagnen Performance beeinflussen. Einer dieser Faktoren ist die Anzeigen Position.

Es ist allgemein bekannt, dass die „Top of Search“ Position höhere Klickraten hat und häufig auch besser konvertiert, als beispielsweise Anzeigenplatzierungen auf Produktdetailseiten. Dies kann man für seine Gebotsstrategie nutzen.

Man reduziert das Gebot eines bestimmten Keywords auf beispielsweise 20 %. Dies führt dazu, dass weniger Traffic mit diesem Keyword generiert wird. In der Gebotsstrategie kann man nun einen Bonus von 500 % für bestimmte Anzeigenpositionen definieren – hier: Top of Search.

Das Gebot für Top of Search Platzierungen ist somit unverändert geblieben, aber für andere Positionen sind die effektiven Gebote nun niedriger. Dies führt dazu, dass der relative Trafficanteil für Top of Search zunimmt, das Keyword besser konvertiert und man wieder mehr Luft nach oben für eine Gebotsanpassung hat. Alles bei konstantem ACoS!

Mehr zum Thema Budget für profitable Keywords finden Sie in einem anderen Artikel.

Sollten diesbezüglich weitere Fragen aufkommen, können diese natürlich sehr gerne in die Kommentare geschrieben oder Michael Hecker direkt per Mail gestellt werden.

Amazo Keywords ohne Umsatz

Amazon Keywords ohne Umsatz – Wann sollte ich gegensteuern?

Wann sollte man als Amazon Seller anfangen Keywords zu steuern, die bislang keinen Umsatz generiert haben? Eine Frage, die sich viele Händler auf dem größten Onlinemarktplatz der Welt stellen.

Aus kaufmännischer Sicht, würde man am liebsten so früh wie möglich mit der Steuerung beginnen, um die Kosten für das Keyword so gering wie möglich zu halten. Im Extremfall würde man somit bereits nach dem ersten Klick mit der Steuerung beginnen. Da ein einzelner Klick aber im Erwartungswert zu keiner Bestellung führt, würde man in diesem Szenario alle Keywords sofort pausieren. Ideal kann das nicht sein.

Aus statistischer Sicht würde man gerne möglichst viele Daten sammeln, damit diese möglichst repräsentativ werden. Dies führt aber zu höheren Marketingkosten.

Also, wie schafft man dahingehend eine Balance?

Zwei Kennzahlen sind entscheidend:

  1. Die Conversion Rate – also die Kaufwahrscheinlichkeit

Sind schon SKU-spezifische Werte vorhanden, kann mit denen gerechnet werden. Handelt es sich um ein neues Listing, kann man seine Berechnungen mit Erfahrungswerten auf Kategorie Ebene durchführen.
Sind auch dafür noch keine Daten vorhanden, ist es möglich mit einer Conversion Rate von 3 % zu rechnen, da es sich dabei um den EU-Durchschnitt handelt.

  1. Die Anzahl der erwarteten Bestellungen – also wie viele Bestellungen sollte das Keyword generieren, bevor man mit der Steuerung beginnt.

Folgendes Szenario:
Das Ziel sind zwei Bestellungen bei einer erwarteten Conversion Rate von 4 %.
Also rechnet man:

2 ÷ 0,04 = 50 Klicks

Wie man erkennen kann, ist der Beginn des Kampagnen Managements nicht an einen Zeitraum gekoppelt, sondern an eine Klick-Anzahl. Manche Keywords überschreiten diesen Wert schon nach kurzer Zeit, während andere wiederum etwas länger brauchen.
Diese Fragestellung ist daher ein SKU und Keyword-spezifisches Thema, welches sich aber sehr leicht berechnen lässt.

Hat ein Keyword die Klick-Schwelle überschritten, kann mit der Steuerung begonnen werden. Hier stellt sich dann die Frage, ob das Keyword pausiert werden sollte oder ob eine Anpassung des Gebots (Bid) sinnvoller wäre. Die Antwort auf diese Frage diskutiert Michael Hecker in diesem Artikel.

Sollten diesbezüglich weitere Fragen aufkommen, können diese natürlich sehr gerne in die Kommentare geschrieben oder Michael Hecker direkt per Mail gestellt werden.

Wettbewerbsintensität bei Amazon Werbekampagnen - Michael Hecker über ACoS, Zielsetzungen und Margen

Wettbewerbsintensität bei Amazon Werbekampagnen

Wie kann man Wettbewerbsintensität messen und bewerten?

Als Amazon Händler führt man nicht selten Produkte im Sortiment, mit denen man in hoher Konkurrenz zu anderen Sellern steht. Für die eigenen Amazon Werbekampagnen bedeutet das dementsprechend eine hohe Wettbewerbsintensität mit hohen Klickpreisen und einem teilweise unprofitablen ACoS. Wie man diese Wettbewerbsintensität messen, bewerten und daraufhin richtig reagieren kann, erklärt Michael Hecker in fünf kurzen Minuten.

Ihr habt Fragen an uns? Postet diese gerne in die Kommentare. Wir helfen immer gerne.

Amazon PPC - Kunden mit Kaufabsicht erreichen

Kluges Amazon Advertising – Michael Hecker über das Erreichen von Kunden mit Kaufabsicht

Als Händler können wir unsere Amazon Ads Strategien anpassen, Kennzahlen auswerten, Werbekampagnen optimieren und vieles mehr. Doch das alles bringt uns nichts, wenn wir das aus den Augen verlieren, was wir bei all dem erreichen wollen – Menschen zu erreichen. Wie wir ein so emotionales Thema anhand von vermeintlich trockenen Daten auswerten und verbessern können, hat unser Gründer und Geschäftsführer Michael Hecker beim Amazon Sellerday in Leipzig verraten.

Zur besseren Übersicht der Inhalte:

Zeit Thema
00:00 Intro
02:04 Suchverhalten vs. Surfverhalten – So definieren Sie Ihre Zielgruppe
04:49 Häufig missverstanden – Optimieren vs. Substituieren
08:57 So errechnen wir den ACoS.
14:14 Welche Größen beeinflussen den ACoS?
17:50 Warum Sie die Klickrate nicht ignorieren sollten.
21:25 Mehr-Wort-Suchbegriffe – Was Sie über Long Tail Keywords wissen müssen.
28:03 Beeinflusst der Produktpreis die Profitabilität?
30:12 Woher weiß ich welche Keywords relevant sind?
34:59 Lohnt sich die Mühe?
37:19 Zusammenfassung
38:27 Lust auf mehr? Hier geht es zu unserem Blog!
39:32 Publikumsfrage zu den unterschiedlichen Umsatzkennzahlen

Ihr habt Fragen an uns? Postet diese gerne in die Kommentare. Wir helfen immer gerne.

Professionelle Amazon Produktfotografie - Mohamed Al-Hakim im Interview

Professionelle Amazon Produktfotografie – Mohamed Al-Hakim im Interview

Produktfotografie, ein künstlerisches Thema? Eher nicht, sagt Mohamad Al-Hakim. Denn professionelle Produktfotografie dreht sich primär um Prozesse. Kreative Ideen schaden dabei zwar nicht, doch letztlich zählt bei Produktbildern nur eins: der Umsatz.

Zur besseren Übersicht der Inhalte:

Zeit Thema
00:00 Intro
00:42 Mohamad, wie bist Du zur Produktfotografie gekommen?
08:27 Produktfotografie – Welche Rolle spielt Kreativität?
09:56 Fallbeispiel: Portemonnaie
15:10 Produktbilder, die verkaufen – Ein analytischer Prozess
16:20 Schritt 1: Wettbewerbsanalyse
18:50 Schritt 2: Die Produktanalyse
19:12 Schritt 3: Use Cases und Szenarien
21:00 Schritt 4: Die Fotografie
21:14 Schritt 5: Bildreihenfolge und Bildbearbeitung
23:26 Schritt 6: USPs, Qualitätssiegel und Zertifikate
25:54 Sitzungsdauer und Conversion Rate
27:07 Schritt 7: Endausgabe
28:17 Lonesome Ranger vs. Großkonzern – Wie unterscheiden sich die Prozesse?
29:55 CGI & 3D Product Rendering – Was hältst Du davon?
32:09 Amazon Styleguides für Produkte – Welche Fehler sollten Händler vermeiden?
37:51 Produktfotos mit dem Handy selber erstellen
38:44 Mohamad, wie kann man Dich erreichen?

Kontaktieren könnt ihr Mohamad Al-Hakim per Email an Info@hakim-edv.de oder über das Kontaktformular auf seiner Website.

Ihr habt Fragen an uns? Postet diese gerne in die Kommentare. Wir helfen immer gerne.

Amazon Verkäuferkonto gesperrt - Was tun? Michael Frontzek im Interview

Amazon Accountsperrung – Was tun, wenn´s passiert?

Jahr um Jahr steigt der prozentuale Anteil von Marktplätzen am E-Commerce Umsatz. Von den Top-1.000-Online-Shops in Deutschland waren im Jahr 2018 37 % zusätzlich auf eBay vertreten. Der Marktführer Amazon verzeichnete im Jahr 2019 sogar 47 %.

Doch bringt ein Seller Account nicht direkt Erfolg. Onlinemarktplätze wie Amazon haben bestimmte Regeln, an die sich jeder Seller halten muss. Passiert das nicht, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, können Accountsperrungen die Folge sein. 2018 wurden in Deutschland 250.000 Amazon Konten komplett, sowie 30.000 vorübergehend gesperrt.

Wenn der Fall der Kontosperrung eintrifft, ist Michael Frontzek und seine Beratungsfirma MiToU gefragt. Seit ca. fünf Jahren betreuen er und sein Team Amazon Seller und Vendoren bei ihrer Arbeit auf Onlinemarktplätzen. Die Aufarbeitung und Entsperrung von Accounts gehören nicht selten dazu.

Dabei muss es nicht immer die Kontosperrung per se sein. Strafsperrungen können in vielerlei Hinsicht auftreten. Manchmal ist der Account komplett gesperrt und auch ein Log-in nicht mehr möglich. In anderen Fällen kann man sich noch einloggen und teilweise sogar noch verkaufen.

Es kommt immer darauf an, was der Händler falsch gemacht hat und in wie schwer das Vergehen wiegt.

Ein Fakt, der aber für alle gilt: Es muss schnell reagiert werden, da mit jedem Tag der Accountsperrung wertvolles Geld verloren wird.

Gründe für eine Amazon Accountsperrung – Hijacking, Misuse, fehlende Rechnungen

Wenn man über Gründe der Accountsperrung spricht, fällt oft das Wort Hijacking. Doch was genau ist das überhaupt?

Hijacking im Allgemeinen heißt übersetzt „entführen“ oder „berauben“. Im Amazon Business ist es nicht so heftig, dennoch vom Prinzip her möglich. Denn das eigene Listing bei Amazon kann gewissermaßen „entführt“ werden.

Verkauft man als Amazon Seller beispielsweise Springseile unter einer eigenen Marke – mit Logo, Verpackung und allem was dazugehört, dann ist man in dem Fall der einzige, der das Produkt so verkauft und auch nur verkaufen darf. Dabei geht es nicht um gewöhnliche Handelsware, mit der man sich an das Listing von anderen Händlern hängt und in den Buybox Wettbewerb geht, sondern Artikel, die man unter einem Private Label führt.

ASIN Missbrauch ist ebenfalls verboten und Amazon ein Dorn im Auge. Amazon Händler verändern dabei bestehende Listings und nutzen diese für neue/andere Produkte. So versucht man das neue Produkt vom Ranking, der Transaktionshistorie und den Rezensionen des ursprünglichen Produkts profitieren zu lassen. Da wird aus einem Schneidebrett auf einmal eine Teigrolle. Amazon nennt das „misuse“ und sperrt Accounts, bei denen dieses Vorgehen auffliegt.

Auch das Feld der geistigen Eigentumsbeschränkungen spielen eine große Rolle, wenn es um die Amazon Accountsperrung geht. Besonders der Textilmarkt ist davon stark betroffen. Viele Händler beklagen sich darüber, dass Amazon Rechnungen von den eigenen Lieferanten einsehen möchte. Oftmals zu Unrecht fürchten Händler, dass Amazon die Lieferanten selbst für sich gewinnen möchte. Doch manchmal möchte Amazon auch nur nachvollziehen können, woher die Ware kommt. Kann man keine Rechnungen vorzeigen, werden die Betreiber des Onlinemarktplatzes natürlich hellhörig. Nicht selten erfährt man bei kurzer Nachforschung, dass der Lieferant überhaupt keine gültige Lizenzierung hat. Für Michael Frontzek ist das naiv.

„Da wundern sich die Leute. Ich habe jetzt eine Boxershorts für drei Euro eingekauft, da steht Tommy Hilfiger drauf. Verkaufe ich die mal für 30 Euro. Oh Wunder, dass ich keine richtige Rechnung habe.“

Für Amazon ein Anzeichen für Markenfälschung und ein Grund für eine Accountsperrung.

Gekaufte Rezensionen – Der Tanz auf Messers Schneide

Gekaufte Rezensionen sind nicht nur unter Amazon Sellern bekannt, sondern schon in der breiten Bevölkerung angekommen. Viele Kunden wissen gar nicht mehr, ob sie den Rezensionen unter Produkten vertrauen können oder nicht. So etwas hemmt die Kaufentscheidung. Grund dafür sind Unternehmen, die ihr Business darauf aufgebaut haben, positive Rezensionen gegen Geld anzubieten. Da dies aber in den Terms of Service von Amazon ausdrücklich verboten wurde, versuchen sie durch geändertes Vokabular dieses Verbot zu umgehen. Dann wird nicht von Rezension, sondern von Bewertung gesprochen. Unerlaubt bleibt es aber trotzdem. Daher der gut gemeinte Rat von Michael Frontzek – einfach nicht machen. Lieber eine eigene Community über Social Media aufbauen.

Darüber hinaus gibt es Plattformen, auf denen man seine Produkte vorstellen kann, um daraufhin neutrale Bewertungen zu erhalten. Dies ist vollkommen in Ordnung, da diese bei Fehlern eben auch negativ ausfallen können. Eine dieser Bewertungsplattformen ist Amazon eigenes Vine Programm. In dem „Club der Produkttester“ werden vertrauenswürdigen Kunden dazu eingeladen, neue, noch nicht veröffentlichte Produkte zu testen und zu bewerten.

Amazon Account gesperrt – Was nun?

Wie der weitere Prozess von Beratungsfirmen, wie MiTou aussieht, hängt immer vom Verstoß ab. Viele Händler stehen bei einer Sperrung verloren auf weiter Flur, da sie nicht wissen, wieso Amazon ihren Händler Account gesperrt hat.

Liegt es an der schlechten Lieferungsrate? Gab es Überverkäufe? Steht gar an ein Plagiatsvorwurf im Raum? Manchmal sind es sogar zwei oder drei Vorwürfe gleichzeitig. Frontzek und sein Team versuchen im ersten Schritt also erst einmal zu verstehen, was genau passiert ist und welche Vorwürfe erhoben wurden. Mit teilweise überraschenden Ergebnissen. Beispielsweise, wenn eine Amazon Accountsperrung wegen Beleidigung des Kunden Supports vollstreckt wurde.

Fragen, die sich MiTou also stellt, sind:

  1. Was ist passiert?
  2. Wie sieht der Account aus?
  3. Wie sehen die Metriken aus?
  4. Wie sieht die Kundenzufriedenheit aus?
  5. Ist der Account komplett gesperrt?
  6. Kann man überhaupt noch rein oder gar nicht mehr rein?
  7. Darf man noch verkaufen oder nicht?
  8. Geht es nur darum, dass das Geld eingefroren ist? Soll der Account eh geschlossen werden?

Sind alle wichtigen Informationen gesammelt, entwickelt Frontzeks Team einen genauen Masterplan, wie sie vorgehen, um Dinge widerlegen oder erklären können. Amazon ist bei den Erklärungen sehr penibel und möchte genau wissen, was genau und warum etwas passiert ist. 100 prozentige Wahrheit und Offenheit ist ein Muss. Und bestenfalls alles zusammen in einer Erklärung. Denn je häufiger man Amazon wegen seines Maßnahmen-Plans kontaktiert, desto schlechter steht man bei ihnen in der Kreide. Bei über 250.000 Accountsperrungen in einem Jahr wenig verwunderlich.

Deal or No Deal – Wie bekommt man den Account wieder freigeschaltet?

Vorteil für Händler: Das Bundeskartellamt hat mittlerweile vorgegeben, dass Amazon mindestens 30 Tage im Voraus dem Händler Bescheid geben muss, wenn ihm eine Accountsperrung droht. Denn beabsichtigt oder nicht – Accountsperrungen bedeuten für beide Seiten der Anklageschrift Arbeit und Kosten. Um diese so gering wie möglich zu halten, arbeitet Michael Frontzek und sein Team besonders schnell und strukturiert.

Eventuell geht man mit dem einen oder anderen Amazon Manager auf einen Deal ein. Beispielsweise einigt man sich darauf, dass der Klient eine Zeit lang nur über FBA verkauft, wenn es vorher Lieferschwierigkeiten über den eigenen Warenbestand gegeben hat. Man kann dann nur hoffen, dass danach keine weiteren Vergehen zu beanstanden sind. Denn bei einem Wachstum von über 80.000 Sellern in einem Jahr ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass nicht jeder Seller das Amazon Spiel auch fair spielt. Für die Mitarbeiter von Amazon wird es sicher nicht langweilig. Und für Michael Frontzek von MiToU auch nicht.

 

Zur besseren Übersicht der Inhalte:

Zeit Thema
00:00 Intro
00:38 Michael, wie bist Du zum Thema Amazon gekommen?
02:52 Welche Gründe führen regelmäßig zu Accountsperrungen?
04:45 Black Hat Strategien und Misuse
06:45 Geistiges Eigentum, Lizenzen und Quellennachweise
09:52 Das große Thema Produktrezensionen
14:58 Wie sieht Euer Prozess im Falle einer Accountsperrung aus?
21:03 In welchen Bereichen unterstützt Ihr Amazon Händler?
23:15 Betreut Ihr auch andere Kanäle?
24:30 Handelt Ihr auch in eigenem Namen auf Amazon?
27:06 Wie kann man Dich und das Team von MiToU erreichen?

Kontaktieren könnt ihr Michael Frontzek über Facebook und die Website von MiToU: https://www.mitou.de/kontakt/

Ihr habt Fragen an uns? Postet diese gerne in die Kommentare. Wir helfen immer gerne.

Amazon Advertising - Wann sollte ich Keywords abstellen?

Wann sollte ich Keywords in meinen Amazon Werbekampagnen abstellen?

Unprofitable Keywords zu pausieren scheint naheliegend – ideal ist es aber nicht.

Die Profitabilität eines Keywords hängt von drei Faktoren ab:

  1. Durchschnittlicher Bestellwert (Average Basket)
  2. Conversion Rate
  3. Klickpreis

Selbst wenn wir annehmen, dass der durchschnittliche Bestellwert und die Conversion Rate nicht kurzfristig angehoben werden können, bleibt uns immer noch eine beeinflussbare Größe: Das Keyword Gebot.

Aktive Keywords nehmen bei relevanten Suchanfragen an den stattfindenden Anzeigen-Auktionen teil und haben so die Chance Wahrnehmung für Ihre Produkte und Marken zu generieren. Reduziert man das Gebot für ein Keyword sinken zwar die erwarteten Anzeigen-Impressionen, doch parallel steigt die Profitabilität des Traffics.

Wenn Sie ein Keyword pausieren oder archivieren, nimmt das Schlüsselwort an keinen Anzeigenauktionen mehr Teil und somit entfällt die Chance einen positiven Beitrag zu Ihrem Betriebsergebnis zu leisten gänzlich.

Ihr Bid Management Prozess ist somit entscheidend. Einen Artikel zu unserem Bid Management Prozess finden Sie hier.

Pausieren vs. Archivieren

Möchte man aus strategischen Gründen, dass keine Werbung für bestimmte Suchbegriffe geschaltet wird, sollte man das jeweilige Keyword pausieren. Das hat den großen Vorteil, dass das Keyword jederzeit reaktiviert werden kann.

Keywords zu archivieren ist letztlich nur notwendig, wenn man das Keyword-Limit von aktuell 2,000,000 Keywords ausgeschöpft hat. Da archivierte Schlüsselworte nicht gezählt werden, kann man neue Keywords buchen nachdem man „alte“ Keywords archiviert hat. Erfahrungsgemäß ist das nur notwendig, wenn Sie ein extrem umfangreiches Produktsortiment haben.

Informationen zu den aktuell geltenden Kampagnen-Limits finden Sie hier in der Seller Central.

Weiterführende Fragen beantworten wir persönlich und in den Kommentaren immer gerne.

Handelsware auf Amazon bewerben – Was ist zu beachten?

Handelsware auf Amazon bewerben – Was ist zu beachten?

Im Allgemeinen verfolgen Amazon Händler mit Ihren Werbekampagnen zwei Ziele:

  1. Profitables Umsatzwachstum
  2. Die Verbesserung des organischen Rankings / der organischen Verkäufe

Weil Handelsware regelmäßig von mehreren Händlern vertrieben wird, liegt die Buy Box Quote des einzelnen Händlers oft weit unter 100%. Da eine Verbesserung der organischen Verkäufe dem Werbetreibenden somit nur teilweise zu Gute kommt, hat dieser Aspekt für Einzelhändler weit weniger Bedeutung.

Die Profitabilität der Werbeumsätze bzw. ACoS Optimierung ist somit das vorrangige Ziel.

Beeinflusst wird der ACoS durch den Klickpreis, die Conversion Rate und den durchschnittlichen Verkaufspreis.

Wenn wir davon ausgehen, dass der Buy Box Wettbewerb zu einem gewissen Preisdruck führt, kann der Produktpreis nicht im Rahmen der Werbestrategie angepasst werden.

Mit Hinblick auf das Buy Box Quoten Argument gehen wir an dieser Stelle auch davon aus, dass der einzelne Händler einen geringeren Anreiz hat, am Listing und somit der organischen Conversion Rate zu arbeiten.

Wenn wir annehmen, dass die Relevanz der gebuchten Keywords sauber geprüft wurde, verbleibt der Klickpreis als zentrale Variable.

Wichtig ist hierbei, dass man sowohl die Standardgebote der Anzeigengruppen, als auch die keyword-spezifischen Gebote steuert. Letztere werden im Bid Management über den Maximum-ACoS-Parameter gesteuert.

Die Berechnung des max. ACoS Parameters und unseren Bid Management Prozess erklären wir in diesem Artikel ausführlich.

Weiterführende Fragen beantworten wir persönlich und in den Kommentaren immer gerne.